Stolperstein für Else Hirschberg
 
D-Rostock. 22.08.2016. Am 19. August wurde in Hamburg, in der Wiesenstraße 26 (Eimsbüttel), ein Stolperstein für Dr. Else Hirschberg (1892 – 1942) eingeweiht. Vertreter der Universität Rostock beteiligten sich an der Zeremonie. Zuvor hatte die Arbeitsgruppe „Geschichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät“ die Biographie von Else Hirschberg erforscht. Zudem konnte die Arbeitsgruppe bei ihren Nachforschungen eine entfernte Verwandte von Else Hirschberg ausmachen: Sydney Levin aus Los Angeles, die ebenfalls bei der Einweihung des Stolpersteins anwesend war.

Else Hirschberg war die erste Chemiestudentin in Rostock, die 1913 ihr Studium erfolgreich beendete. Danach arbeitete sie viele Jahre als wissenschaftliche Hilfskraft in der Physiologie. Der Abschluss einer Hochbegabtenprüfung 1927 ermöglichte Else Hirschberg schließlich die Promotion an der Philosophischen Fakultät. Jedoch wurde 1933 ihre Karriere beendet, als sie aufgrund ihrer jüdischen Abstimmung an der Universität Rostock entlassen wurde. Else Hirschberg ging nach Hamburg und bemühte sich vergeblich um eine Ausreise nach Amerika. 1942 wurde sie zusammen mit ihrer Schwester nach Auschwitz deportiert.

Dr. Gisela Boeck, Initiatorin der Gedenkveranstaltung, gab des Anwesenden einen Überblick über das Schicksal von Else Hirschberg und schloss mit den Worten: „Mit diesem Stolperstein möchten wir an das Schicksal der Wissenschaftlerin Else Hirschberg erinnern. Er möge auch Mahnung für Frieden und Menschlichkeit auf unserer Erde sein.“ Im nächsten Jahr wird Else Hirschberg ebenfalls in Rostock vor ihrem ehemaligen Wohnahaus in der Schillerstraße eine Gedenktafel erhalten.