D-Datteln. 26.09.2017. Zweimal schon empfahl ich den Wein von Ex-Rennfahrer Jean Alesi und dem Weingut Château des Ségries. Damals waren es die Jahrgänge 2007 und 2009, die mich vollends überzeugten. Und nicht nur mich: Parker vergab 94 (2007) und 93 (2009) Punkte. Meine Leser waren ebenfalls begeistert und die wenigen Kisten des Weines jedes Mal innerhalb von Stunden ausverkauft. Stichwort „Kiste“: Eine Holzkiste und das Ritual diese zu öffnen, dürfte für jeden Weinfreund ein echtes Highlight sein. Auch deswegen erhielt der Wein wohl immer eine außergewöhnlich gute Resonanz. So beobachtete bzw. verkostete ich den Wein auch in den folgenden Jahrgängen. Doch erst der aktuelle Wein aus dem Spitzen-Jahrgang 2015 konnte mich wieder richtig begeistern. Selbst wenn die Parker-Bewertung noch aussteht: Der Wein ist mindestens auf dem Niveau von 2007 und 2009. Er kommt wie ein guter Châteauneuf-du-Pape daher, kostet aber höchstens die Hälfte. Meine „alte Connection“ liefert den Wein erneut in der schönen Holzkiste. 

Aber Moment mal, ist das wirklich der Wein, den ich empfehlen wollte? Auf dem Etikett steht jetzt „Clos Jean Alesi“ und nicht mehr „Clos de l’Hermitage“. Etikettenschwindel? Nein, der Grund dafür ist ein anderer und schnell erklärt: Die prestigeträchtige Appellation Hermitage an der nördlichen Rhône hatte gegen den Gebrauch des Namens wegen Irreführung geklagt und schließlich Recht bekommen. So wurde es für den Winzer Henri de Lanzac und Jean Alesi notwendig, das gemeinsame Projekt umzubenennen. Die getroffene Wahl ist naheliegend, da die Bekanntheit Jean Alesis sicher hilfreich ist.

Jean Alesi besitzt knapp vier Hektar Rebfläche in der Gemeinde Villeneuve-les-Avignon – vor den Toren Avignons gelegen und knapp 20 Kilometer südlich von Châteauneuf-du-Pape entfernt. Der Weinberg ist mit durchschnittlich 60 Jahre alten Grenache-, Syrah- und Mourvèdre-Reben bepflanzt und der niedrige, handgelesene Ertrag von nur 26 Hektoliter pro Hektar lässt eine beeindruckend hohe Qualität entstehen.

Genau um diese außergewöhnliche Qualität geht es Jean Alesi bei dem Projekt. Die Motivation Geld zu verdienen steht nicht im Vordergrund, das ist bei der Preisgestaltung klar erkennbar. Und da Alesi noch nicht gänzlich unter die Winzer gegangen ist, wird der Wein in Kooperation mit dem erfahrenen Winzer Henri de Lanzac auf dessem Weingut Château de Ségries in der Cru-Lage Lirac vinifiziert.

Hier arbeitet man mit viel Erfahrung und Sorgfalt. So gönnte man der heutigen Empfehlung drei Wochen Maische-Standzeit, um wirklich alles aus dem Traubenmaterial dieses idealen Jahrgangs herauszuholen.

Anschließend ging der Wein noch elf Monate zur Reife in französische Barriques. Der Kontakt mit Eichenholz verlieh dem Wein noch zusätzliches Alterungspotential und zügelte seinen kraftstrotzenden Charakter.

Eine Sechserkiste von diesem Wein zu besitzen ist ideal. Ein bis zwei Flaschen kann und sollte man direkt genießen, um den Wein kennenzulernen. Danach widmet man sich den übrigen Flaschen am besten in Jahresabständen. Auf diese Weise lernt man nicht nur etwas über die Alterungsfähigkeit von Weinen, sondern belohnt sich auch jedes Jahr aufs Neue mit einem noch besseren Wein.

Ich warnte bereits vor: Die vergangenen beiden Male waren die 100 und auch die 150 Kisten mir nichts, dir nichts ausverkauft. Und der angebotene Preis ist wirklich gut – wer die sechs Flaschen direkt auf dem Weingut kauft, muss auch über 100 Euro berappen. Ohne Holzkiste und ohne Versand. Bild/Foto: Weinlakai Homepage. www.goo.gl/zLrcgD
 
Der Weinlakai – Tobias Treppenhauer
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